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RS1 Radschnellweg Ruhr

Historische Eisenbahnbrücke führt RS1 über die Ruhr Richtung Duisburg

Auf dem RS1 wird die Strecke Richtung Duisburg bis zur Hochschule Ruhr West freigegeben. Inklusive der historischen Eisenbahnbrücke über die Ruhr ist die Strecke 1,2 Kilometer lang.

OB Scholten: Zwei bedeutende Radwege kreuzen sich in Mülheim

Nachdem 2016 die fünf Kilometer lange Strecke des Radschnellwegs 1 von der Stadtgrenze Essen zum Hauptbahnhof Mülheim eröffnet wurde, konnte im Oktober 2017 auch das 600 Meter lange Teilstück bis zur Ruhrbrücke für den Radverkehr freigegeben. Der Radweg verläuft - wie bereits der erste Teilabschnitt - auf der stillgelegten Trasse der Rheinischen Bahn und zwar auf diesem Abschnitt hoch über Straßenniveau, denn der Radweg wird hier über das Stadtviadukt geführt.

Nunmehr wird die Strecke Richtung Duisburg bis zur Hochschule Ruhr West freigegeben. Inklusive der historischen Eisenbahnbrücke über die Ruhr ist die Strecke 1,2 Kilometer lang. Der Rad- und Fußweg verbindet die nun die Hochschule Ruhr West mit der neuen Ruhrpromenade, dem Rathausmarktplatz und dem Hauptbahnhof.

Verkehrsminister Hendrik Wüst: "Den heute freigegebenen Abschnitt hat das NRW-Wirtschaftsministerium aus Mitteln der Bund/Länder-Gemeinschaftsaufgabe 'Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur' mit rund sechs Millionen Euro gefördert. Es ist gut, dass der 100 Kilometer lange Radschnellweg 1 viele Unterstützer und Förderer hat, denn wir wollen mit Planung und Bau des RS1 zügig vorankommen. Wir brauchen im Ballungsraum Ruhrgebiet eine leistungsfähige Radinfrastruktur. Dafür ist der RS1 ist ein wichtiger Baustein."

„Der Radschnellweg RS1 ist auch in städtebaulicher Hinsicht wegweisend für die Region“, so Mülheims Oberbürgermeister Ulrich Scholten. „Der nun eröffnete Abschnitt des Radschnellweg Ruhr RS1 wird ab dem Mülheimer Hauptbahnhof in Richtung Ruhr als Teil des Radweges Rheinische Bahn zunächst über einen stark begrünten Bahndamm geführt, bevor er auf den denkmalgeschützten Bahnbögen bis zur Ruhr und jetzt über die Ruhrbrücke gelangt. So werden die Radfahrer und Fußgänger mitten durch das Herz Mülheims geführt und können den Ausblick in die Innenstadt, auf das Rathaus, die Ruhrpromenade und auch auf die Ruhr genießen. Aufgrund dieser prominenten Lage wurde der Rad- und Fußweg nicht als bloßer Durchgangsraum, sondern als Hochpromenade und Mischverkehrsfläche mit Aufenthalts- und Sitzmöglichkeiten und einem Stadtbalkon geplant. Trotzdem wird mit einer durchgängigen Wegebreite von mindestens sechs Metern der hohe Standard des Radschnellweg Ruhr RS1 gehalten“, freut sich OB Scholten. Eine weitere Besonderheit hebt Scholten hervor: „Alleine in Mülheim, direkt an der Ruhr und citynah, kreuzen sich der aus dem Sauerland kommende Ruhrtal Radweg und der Radschnellweg RS1“.

Stadt-Viadukt und Ruhrbrücke Mülheim

Der Stadt-Viadukt und die Ruhrbrücke Mülheim sowie die Vorlandbrücke westlich der Ruhr sind ein durchgängiges Bauwerk, das 1864/65 nach Plänen von Oberbaurat Emil Hermann Hartwich errichtet wurde. 
Die Anlage wurde von der Rheinischen Eisenbahn-Gesellschaft erbaut und war Teil der Bahnstrecke Osterath–Dortmund Süd in Mülheim an der Ruhr. Die Strecke zweigte bei Osterath von der linksniederrheinischen Strecke ab und führte ab 1866 über Mülheim nach Essen, später auch zur Zeche Holland in Wattenscheid (1867) und bis nach Dortmund (1874).

Über die Ruhr spannten zwei Eisenbögen, der dritte über die noch vorhandene Ruhrstraße. Links und rechts des Flusses schließt sich der Stadt-Viadukt an, insgesamt besteht das Bauwerk aus 39 Bögen. Eine Million Ziegelsteine wurden verbaut, der dafür notwendige Mörtel in eigens dafür errichteten Mühlen auf beiden Seiten der Ruhr hergestellt. Die drei Eisenbögen wogen zusammen 500 Tonnen, 6800 Nieten wurden eingeschlagen. Am Ende des Zweiten Weltkriegs wurde der mittlere Bogen durch das Militär gesprengt. Die Brücke wurde jedoch bald darauf eingleisig mittels einer Hilfskonstruktion wieder benutzbar gemacht. Im Jahre 2002 wurde die Strecke stillgelegt. In den Viaduktbögen im Stadtbereich waren Markthallen, Geschäfte und Lagerräume untergebracht, heute sind sie offengelegt.