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RS3 Radschnellweg OWL

Aufnahme der Öffentlichkeitsbeteiligung zum RS3 am 31. August 2022

Sehen Sie sich die Aufnahme der Öffentlichkeitsbeteiligung zum RS 3 am 31. August 2022 an.

RS3 Radschnellweg OWL

Intensive Diskussionen um RS3-Route durch Herford

Endlich wieder in Präsenz zusammengekommen waren die Planerinnen und Planer von Straßen.NRW mit Radschnellweg-Interessierten: Am 31. August 2022 standen mögliche Routen des Radschnellweg OWL von der Stadtgrenze Bielefeld/Herford bis nach Löhne im Vordergrund: Drei verschiedene Varianten stellten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Regionalniederlassung Ostwestfalen-Lippe in der Gesamtschule Friedenstal vor. Im Nachgang zu der hybriden Veranstaltung können weitere Hinweise und Ideen auf einer interaktiven Karte unter www.rs3-live.radschnellwege.nrw eingetragen werden.

Moderiert von Radio-Herford-Mitarbeiterin Christina Wolff, ging es zunächst darum, die Gäste – in Präsenz in der Gesamtschule und virtuell zugeschaltet über den Livestream – inhaltlich in die Planungen zum Radschnellweg OWL einzuführen. Insgesamt 50 Kilometer lang wird der gesamte Radschnellweg einmal sein, der besseren Plan- und Baubarkeit wegen wurde er in vier Abschnitte aufgeteilt. Der erste Abschnitt durch Herford, um den es während der Veranstaltung ging, ist rund 16 Kilometer lang. Projektleiter Fabian Leineweber und Landschaftsarchitektin Sabine Meyer erklärten, wie die drei Trassenvarianten zustande gekommen sind: „Die Linienfindung ist eine Abwägung aus einer Umweltverträglichkeitsstudie, einer Potenzialanalyse und eines planerischen Vorentwurfs.“

Anschließend konnten die rund 40 Besucherinnen und Besucher mit den Straßen.NRW-Mitarbeitern Thomas Lange, Matthias Conrad und Sabine Meyer persönlich diskutieren. Für die rund 120 Zuschauerinnen und Zuschauer im Livestream stand Fabian Leineweber für Fragen zur Verfügung.

Besonders bewegt hat die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Fragen zum Naturschutz und die innerörtliche Führung des Radschnellweges auf kommunalen Straßen.

Sehr wertvoll für die weitere Planung waren die konstruktiven Vorschläge zu möglichen Trassenvarianten.

Wie geht’s weiter?

„Zunächst können alle, die keine Gelegenheit hatten, an der Beteiligung teilzunehmen, ihre Ideen und Hinweise in die interaktive Karte eintragen, die unter www.rs3-live.radschnellwege.nrw eingerichtet ist“, erklärt Niederlassungsleiter Andreas Meyer. Anschließend arbeitet das Team der Planungsabteilung alle Anregungen ein, favorisiert eine Trassenvariante und gibt diese zur Zustimmung an das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr weiter. Anschließend folgt die Detailplanung. „Anwohnende und Interessierte haben im Verlauf dieser Entwurfsplanung dann erneut die Möglichkeit, sich zu beteiligen“, erklärt Andreas Meyer. Projektleiter Fabian Leineweber ergänzt: „Radschnellverbindungen sind Landesstraßen gleichgestellt – das heißt, dass wir dieselben aufwändigen Verfahrensschritte gehen müssen.“

RS3 Radschnellweg OWL

Öffentlichkeitsbeteiligung am 31. August: Unterstützung durch Kommunen und Kreis

Auf rund 16 Kilometer wird der Radschnellweg OWL einmal durch Herford führen und damit für Fahrrad-Berufspendelnde eine echte Alternative zum Auto werden. Wo genau die zukünftige Trasse langführt, steht im Mittelpunkt des öffentlichen Beteiligungsformats, zu dem die Regionalniederlassung Ostwestfalen-Lippe des Landesbetriebs Straßen.NRW alle Interessierten einlädt: Am Mittwoch, 31. August, gibt es ab 18 Uhr sowohl die Möglichkeit, persönlich mit dem Planungsteam in der Aula der Gesamtschule Friedenstal ins Gespräch zu kommen, als auch via Livestream teilzunehmen. Bitte melden Sie sich an.

RS1 Radschnellweg Ruhr

Bochum eröffnet weiteres Teilstück des Radschnellwegs RS1

Die Stadt Bochum hat am 29. Juli 2022 einen weiteren Teilabschnitt des Radschnellwegs Ruhr RS1 freigegeben. Es ist der zweite Abschnitt der Straße Untere Stahlindustrie in Bochum-Stahlhausen, im Oktober 2021 hatte die Stadt den "Grünen Rahmen" mit dem ersten Abschnitt eröffnet.

Der RS1 ist nun von der Bessemerstraße bis zum Anschluss in die Grünanlage im Westend parallel zur Stahlhauser Straße befahrbar. Der neueröffnete Abschnitt schafft auch eine Anbindung zum bereits bestehenden Geh- und Radweg "Parkband West". Damit gibt es einen direkten Weg für den Radverkehr bis zur Jahrhunderthalle und den Westpark.

Die Gesamtausgaben für den RS1 in diesem Bauabschnitt liegen bei knapp 2,5 Millionen Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen übernimmt über die Förderrichtlinie Nahmobilität (FöRi-Nah) 85 Prozent der Kosten. Nun laufen die Planungen für die angrenzenden Teilstrecken des RS1.

(idr)

 

RS3 Radschnellweg OWL

Jetzt anmelden: Öffentlichkeitsbeteiligung für den 1. Abschnitt von Herford bis Löhne

Am 31. August findet sowohl online als auch in Präsenz die Beteiligung für den RS3 zum Abschnitt von Herford bis Löhne statt.

Hier geht es zur Anmeldung für die Veranstaltung am 31. August 2022.

RS1 Radschnellweg Ruhr

Planungsvereinbarung für den Radschnellweg Ruhr in Moers geschlossen

Moers (straßen.nrw). Am Donnerstag, 23. Juni 2022, unterzeichneten Ahmed Karroum, Leiter der Straßen.NRW-Regionalniederlassung Ruhr, und Christoph Fleischhauer, Bürgermeister der Stadt Moers, die Planungsvereinbarung für den Radschnellweg Ruhr (RS1) auf dem Stadtgebiet von Moers. Mit der Nord-Verschiebung der Trasse des RS1 von der Hochfelder Eisenbahnbrücke auf die A40-Rheinbrücke Neuenkamp wurde die Verlängerung des RS1 bis nach Moers erst möglich. In den vergangenen Monaten haben die beiden Verwaltungen die Voraussetzungen für die nächsten Planungsschritte geschaffen.

Für die in einer durch die Städte Duisburg und Moers beauftragten Machbarkeitsstudie vorgeschlagene Strecke für den RS1 in Moers werden bereits bestehende Straßen genutzt. Von der Duisburger Stadtgrenze aus führt die vorgeschlagene Trasse in nordwestlicher Richtung in Richtung Innenstadt und Bahnhof Moers. Im Rahmen der konkreten Planungen muss die vorgeschlagene Strecke nun auf verschiedene Punkte hin untersucht und mit möglichen alternativen Strecken verglichen werden. Ziel dieser Phase des Planungsprozesses ist es, eine bestmögliche Qualität der Streckenführung zu erreichen und dabei verschiedene Aspekte wie Auswirkungen auf die Umwelt, technische Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit zu berücksichtigen.

Die Stadt Moers ist für den überwiegenden Teil der rund 3,5 Kilometer langen Strecke des RS1 auf ihrem Stadtgebiet als Baulastträger zuständig. Baulastträger und damit zuständig für Planung, Bau und Unterhaltung von Bundes- und Landesstraßen an sogenannten Ortsdurchfahrten sind bei Kommunen mit mehr als 80.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die jeweiligen Städte. Radschnellwegverbindungen sind Landesstraßen gleichgestellt. Der Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen (Straßen.NRW) ist Baulastträger für Bundes- und Landesstraßen außerhalb von Ortsdurchfahrten sowie in Gemeinden mit geringeren Einwohnerzahlen. Auf der derzeit für den RS1 vorgesehenen Strecke im Stadtgebiet Moers ist Straßen.NRW für knapp 400 Meter Strecke entlang von Landesstraßen als Baulastträger zuständig. Die Stadt Moers wird auf Grundlage der geschlossenen Planungsvereinbarung auch die Planung dieser Streckenteile an der sogenannten Freien Strecke übernehmen. Der Vorteil: Die Planung des RS1 auf Moerser Stadtgebiet kommt aus einer Hand und notwendige Abstimmungsprozesse können minimiert werden.

Bürgermeister Christoph Fleischhauer sagte: "Wir sind froh, dass wir nun einen weiteren Schritt bei dieser wichtigen regionalen Radwegeverbindung gehen können. Wir haben bereits beim Bau des Radweges an der Holderberger Straße sehr gut mit Straßen.NRW zusammengearbeitet und sowohl Planung als auch Umsetzung übernommen. Hier bietet sich diese erfolgreiche Kooperation erneut an."

„Es ist sehr sinnvoll, dass das relativ kurze Stück, für das Straßen.NRW Baulastträger ist, von der Stadt Moers mitgeplant wird. Denn die Stadt plant ohnehin den insgesamt sehr viel längeren Abschnitt der Ortsdurchfahrt“, erklärte Straßen.NRW-Niederlassungsleiter Ahmed Karroum. „Überall da, wo es sinnvoll ist, kooperiert Straßen.NRW auch in Form von Planungs- oder anderen Vereinbarungen mit den betreffenden Kommunen und Kreisen. Die Planung und der Bau verkehrlich wichtiger Maßnahmen kommen durch die vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit besser voran und ermöglichen so die notwendige Anpassung der Verkehrsinfrastruktur an die Mobilitätsbedürfnisse der Bürgerinnen und Bürger.“

Der Radschnellweg Ruhr (RS1) ist ein zentrales und nachhaltiges Infrastrukturprojekt des Landes Nordrhein-Westfalen im Ruhrgebiet und darüber hinaus. Zwischen Moers, Duisburg, Mülheim an der Ruhr, Essen, Gelsenkirchen, Bochum, Dortmund, Unna, Kamen, Bergkamen und Hamm entsteht eine insgesamt 114 Kilometer lange, leistungsfähige und sichere Verbindung für den Radverkehr mitten durch die Metropolregion Ruhr. Ursprünglich bildete Duisburg das westliche Ende des RS1. Die Verlängerung um insgesamt 15 Kilometer bis Moers ist möglich, weil der RS1 über die Rheinbrücke Neuenkamp, welche seit 2019 neu gebaut wird, geführt werden kann. Dafür muss auch die bisher geplante Trassenführung auf Duisburger Stadtgebiet angepasst werden.

Die Verlängerung des RS1 in Richtung Westen wurde erst 2021 mit einer Änderung des Bundesfernstraßengesetzes möglich, die es erlaubt Radwege entlang von Autobahnbrücken zu führen. Aufgrund dieser gesetzlichen Änderung können Radfahrende auch zukünftig den Rhein zwischen Duisburg und Moers über die A40-Brücke Neuenkamp überqueren. Hierfür wurde bei der Planung der neuen Autobahn-Brücke eigens ein geschützter Betriebsweg berücksichtigt, der neben den Fahrspuren für den motorisierten Verkehr verlaufen und für den Radverkehr freigegeben wird. Der neue Radweg wird entsprechend der heute aktuellen Standards hergestellt. Mit dem Bau des RS1 in Moers soll voraussichtlich Ende 2025 begonnen werden.

 

Pressekontakt: Thorsten Schröder (Pressestelle der Stadt Moers), Telefon: 02841-201-338

RS3 Radschnellweg OWL

Protokoll der Beteiligung zum RS3 online

Das Protokoll zur Frühen Öffentlichkeitsbeteiligung nach Paragraph 25, Absatz3 Verwaltungsverfahrensgesetz NRW (Abkürzung VwVfG NRW) vom 17. März 2022 (Radschnellweg OWL RS3, Abschnitt 3: Bad Oeynhausen – Porta Westfalica) steht zum Download bereit.

Interessierte, die beispielsweise nicht am Livestream der Öffentlichkeitsbeteiligung am 17. März dabei sein konnten, haben nun die Möglichkeit, die Diskussion nachzulesen. Das Protokoll zur Veranstaltung ist nun online.

RS4 Radschnellweg Euregio

Aktualisierung zur Meldung vom 15.12.2020

In der Meldung vom 15.12.2020 wurde eine Terminschiene für die Fertigstellung der Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) zum RS4 beschrieben. Aus unterschiedlichen Gründen, wie z.B. Anpassungen an die aktuelle Gesetzeslage zur UVS, Mängelbeseitigung und der Berücksichtigung weiterer Trassenvarianten konnte dieser Zeitplan leider nicht gehalten werden.

Mehrere Fachgutachten, hier die sogenannte „Artenschutzprüfung (Stufe 1)“ sowie die „FFH-Vorprüfung (Fauna-Flora-Habitat-Vorprüfung)“, die Bestandteile der UVS sind, wurden mittlerweile fertig gestellt.

Die UVS ist inzwischen in der Bearbeitung so weit fortgeschritten, dass sie im April 2022 an die Naturschutzbehörden und -verbände zur Abstimmung verschickt wurde. Beteiligte Stellen sind u.a. Naturschutzbehörden, Denkmalbehörden, Landwirtschaftskammer, Biologische Stationen und anerkannte Naturschutzvereinigungen.

Die dann fertig gestellte UVS ist anschließend in die Unterlagen der Voruntersuchung zu integrieren. Nach einer Abstimmung mit dem Verkehrsministerium des Landes NRW wird ein Linienfindungsverfahren in der zweiten Jahreshälfte 2022 begonnen. In diesem Verfahren wird es eine Beteiligungsmöglichkeit sowohl für Bürgerinnen und Bürger wie auch für Träger öffentlicher Belange angeboten. Dieser Schritt wird durch eine Festlegung auf eine weiter zu planende Linie durch das Verkehrsministerium abgeschlossen.

RS3 Radschnellweg OWL

Erfolgreicher Livestream zum 3. Abschnitt

Premiere für die Regionalniederlassung Ostwestfalen-Lippe: Am Donnerstagabend, 17. März, präsentierte ein Team aus der Planungsabteilung mögliche Trassenführungen des Radschnellwegs OWL zwischen Bad Oeynhausen und Porta Westfalica – erstmals pandemiebedingt als Livestream. Über 210 Menschen schalteten ein, es folgte eine rege Beteiligung über den Chat. Weitere Ideen können bis zum 3. April auf der interaktiven Karte unter www.rs3-live.radschnellwege.nrw eingetragen werden.

„Eigentlich war die Veranstaltung ganz anders geplant“, führte Niederlassungsleiter Andreas Meyer in das Beteiligungsformat ein. „Wir hätten Sie gern in Präsenz begrüßt und uns mit Ihnen persönlich ausgetauscht – pandemiebedingt sind wir auf den Livestream ausgewichen.“ Zum Auftakt führten Projektleiter Thomas Lange und Landschaftsarchitektin Sabine Meyer inhaltlich in das Thema ein: Der Radschnellweg OWL führt insgesamt auf einer Strecke von knapp 50 Kilometer von Herford bis nach Minden. Im Fokus dieses Abends stand dabei der 3. Abschnitt von Bad Oeynhausen bis Porta Westfalica bzw. dessen Linienführung. Erste Vorschläge führen die rund 11 Kilometer lange Trasse entweder durch die Weserauen oder an der Bahnstrecke entlang.

Die Linienfindung

Wie sind diese beiden möglichen Varianten entstanden? Sabine Meyer erklärte, dass letztendlich eine Abwägung aus drei Bestandteilen ausschlaggebend für die Linienfindung sei:

  • Die Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) – sie betrachtet die Umwelt und sogenannte Schutzgüter wie den Menschen, Tiere, Pflanzen, Boden, Landschaft und deren Wechselwirkungen miteinander. Alle Schutzgüter werden im Rahmen dieser Studie bewertet und anschließend auf einer Raumwiderstandskarte sichtbar gemacht. „Darin sind konfliktarme Bereiche zu sehen, die aus Sicht von Natur und Landschaft für den Bau eines Radschnellwegs in Frage kämen“, erklärte Meyer.
     
  • Die Potenzialanalyse – sie ist vergleichbar mit der Verkehrsanalyse bei Straßenplanungen. Erhobene Strukturdaten zeigen, welche Varianten eines Wegs wie genutzt werden.
     
  • Straßenplanerischer Variantenentwurf – für jede Variante werden entsprechende Querschnitte und Führungsformen ausgewählt, ein erster technischer Entwurf erstellt, erforderliche Bauwerke grob geplant und geschätzte Kosten ermittelt.

Zwei Büros erstellen zurzeit die UVS und die Potenzialanalyse, deren Ergebnisse Sabine Meyer im Sommer erwartet. Alle drei Bausteine werden dann zu gleichen Teilen gewichtet, am Ende entsteht dann die Empfehlung  für eine Variante. „Selbstverständlich fließen auch die Ergebnisse und Hinweise aus dieser Beteiligung mit ein“, ergänzte Meyer.

Hinweise der Zuschauer*innen

Die Chat-Funktion wurde während der kurzen Vorstellung zu den bisherigen Planungen des Radschnellwegs von Vielen genutzt. Einige prognostizierten entlang der Varianten durch die Weserauen Probleme mit dem landwirtschaftlichen Verkehr. Planungsleiterin Manuela Rose entgegnete: „Wir können uns theoretisch vorstellen, dass der neben dem Radschnellweg entstehende Gehweg in der Breite eines Wirtschaftswegs gebaut wird und dann von den landwirtschaftlichen Fahrzeugen mit genutzt werden kann.“ “Es werde definitiv eine Lösung für die Landwirtschaft geben, dabei gehe es ja auch um potenziell geringeren Flächenverbrauch, der vor allem in diesem Landschaftsschutzgebiet wünschenswert sei.

Einige Teilnehmerinnen und Teilnehmer sahen in der zweiten Variante entlang der Bahnstrecke den Kreuzungsverkehr mit Straßen kritisch – das Team versicherte jedoch, solche Kreuzungssituationen in der Planung entsprechend zu entschärfen.

Sabine Meyer ging anschließend noch auf die Frage ein, wie die Weser denn baulich gequert werden könnte: „Zurzeit gibt es dazu noch keine festgelegte Variante, eine Möglichkeit zur Querung der Weser bei Bad Oeynhausen wäre eine separate Brücke für den Radschnellweg parallel zur Bahntrasse zu errichten.  Im Bereich Porta Westfalica könnte für eine Lösung evtl. die vorhandene Portabrücke genutzt werden. Dabei sei aber noch zu prüfen, wie der restliche Verkehr dort geordnet werden kann, um Platz für den Radschnellweg zu schaffen.

Andreas Meyer erläuterte die mögliche Ausstattung des Radschnellwegs. Ausgangspunkt war die Frage, ob die Strecke beleuchtet werden wird. Das sei ein wichtiger Sicherheitsaspekt, allerdings sei nicht ausgeschlossen, dass eine Beleuchtung in Anbetracht der dort lebenden Tiere und damit verbundenen Störung durch das Licht nicht umgesetzt werden kann. „Denkbar ist stattdessen, dass der Weg nur beleuchtet wird, wenn dort Fahrräder unterwegs sind. Das muss aber insgesamt mit den Naturschutzbehörden abgestimmt werden.“ Innerorts werde der Radschnellweg aber definitiv durchgehend beleuchtet. Dazu wird es Servicepunkte mit Reparatur- und Unterstellmöglichkeiten entlang der Strecke geben.

Ausblick

Wenn im Sommer die noch fehlende UVS und Potenzialanalyse vorliegen, wird das Planungsteam voraussichtlich bis Ende des Jahres eine Variante favorisieren und diese zur Zustimmung an das Verkehrsministerium weitergeben. Anschließend folgt die Detailplanung. „Anwohnende und Interessierte haben im Verlauf dieser Entwurfsplanung dann erneut die Möglichkeit, sich zu beteiligen“, erklärte Andreas Meyer. Projektleiter Thomas Lange ergänzte: „Radschnellverbindungen sind Landesstraßen gleichgestellt – das heißt, dass wir dieselben aufwändigen Verfahrensschritte gehen müssen.“

Interaktive Karte bis 3. April freigeschaltet

Wer noch weitere Ideen und Anregungen hat, kann sie auf der interaktiven Karte bis zum 3. April eintragen. Unter www.rs3-live.radschnellwege.nrw werden diese Kommentare gesammelt und ebenso in die weitere Planung einfließen.

RS3 Radschnellweg OWL

Einladung zur Öffentlichkeitsbeteiligung für den 3. Abschnitt in Porta Westfalica

Porta Westfalica (straßen.nrw). Vorfahrt fürs Fahrrad – auf dem Radschnellweg OWL (RS3) werden Radlerinnen und Radler zukünftig ohne große Umwege und auf einer Gesamtstrecke von rund 50 Kilometern von Herford bis Minden fahren können. Für die Planungen zum dritten Abschnitt zwischen Bad Oeynhausen und der nördlichen Stadtgrenze Porta Westfalicas lädt der Landesbetrieb Straßen.NRW alle Interessierten zu einer virtuellen Öffentlichkeitsbeteiligung am Donnerstag, 17. März, ab 18 Uhr ein. Via Livestream wird die Wegeführung in diesem rund 11 Kilometer langen Abschnitt diskutiert.

Livestream am 17. März ab 18 Uhr unter www.rs3-live.radschnellwege.nrw

„Planungsgrundlage für den Radschnellweg OWL ist eine Machbarkeitsstudie, in der – neben dem verkehrlichen Nutzen eines Radschnellwegs – untersucht wurde, wo in der Region solch eine Trasse entlangführen könnte“, erklärt Niederlassungsleiter Andreas Meyer. Für die Verlaufsführung zwischen Bad Oeynhausen und Porta Westfalica gibt es zwei verschiedene Vorschläge: Eine Linie oberhalb der Weser (neben dem Weserradweg) und eine Linie unterhalb (entlang der Bahnstrecke). „Dieses frühe Planungsstadium ist für uns der richtige Zeitpunkt, die Bürgerinnen und Bürger mit ihren Ortskenntnissen und Erfahrungen einzubinden“, erklärt Meyer. Da die Linienfindung grundsätzlich noch völlig offen sei, könne sich im Laufe der Diskussionen ggf. auch noch eine völlig neue Variante finden. 

Aufgrund der aktuell hohen Infektionszahlen wird die Veranstaltung digital stattfinden. Interessierte können sich den Livestream ansehen, der unter www.rs3live-radschnellwege.nrw abrufbar ist. „Wir wollen aber keine Frontal-Veranstaltung, sondern die Ideen und Hinweise der Zuschauerinnen und Zuschauern aufnehmen“, erklärt Manuela Rose, die die Planungsabteilung der Niederlassung Ostwestfalen-Lippe leitet. Via Chat-Funktion können deshalb live Fragen und Anregungen eingebracht werden. Moderiert wird die Veranstaltung von Nadine Hofmeier, Moderatorin bei Radio Westfalica.

Zusammenarbeit mit anliegenden Kommunen

Unerlässlich für die Planung und Umsetzung des Radschnellwegs OWL ist die Kooperation mit den Kommunen, durch die die Trasse führen wird: Herford, Löhne, Bad Oeynhausen, Porta Westfalica und Minden. Die Umsetzung des Projekts ist eine Gemeinschaftsleistung.

Technischer Beigeordneter Stefan Mohme (Porta Westfalica): „Die Realisierung des Radschnellweges ist ein sehr wichtiges Projekt für die Stadt Porta Westfalica und die ganze Region. Eine noch bessere Anbindung zu unseren Nachbarstädten und Kommunen bietet vor allem klimafreundliche Alternativen im Berufs- und Pendlerverkehr. Ein Ausbau und eine Erweiterung des Radwegenetzes kommen auch dem Tourismus, wie etwa auf dem bereits viel genutzten Weserradweg, zugute. Erfreulich ist, dass Straßen.NRW bei den Planungen auf den Dialog und die Diskussion mit Bürgerinnen und Bürgern setzt.“

Bürgermeister Lars Bökenkröger (Bad Oeynhausen): „Der Abschnitt des Radschnellweges in Bad Oeynhausen darf keine Insellösung bleiben. Dass wir ihn gemeinsam mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW selber planen können, ist für uns aufgrund der innerstädtischen Lage ein großer Gewinn. Dass der Landesbetrieb nun auch die Planung außerhalb Bad Oeynhausens angeht ist ein wichtiger Schritt in Richtung klimafreundliche Mobilität und in Richtung Verkehrswende.“

Die Planungen des Radschnellweg OWL im Abschnitt durch Bad Oeynhausen bis zur Baureife werden durch die Stadt Bad Oeynhausen vorangetrieben. Das liegt an einer örtlichen Besonderheit: Ein Abschnitt der Mindener Straße, die ehemalige B61, gehört seit 2020 Bad Oeynhausen, der andere, auf dem der RS OWL geplant wird, dem Landesbetrieb.

Bürgermeister Michael Jäcke (Minden): „Die Initiative des Landesbetriebes Straßen.NRW, die Planungen zum Radschnellweg OWL – auch auf dem Gebiet der Stadt Minden – wiederaufzunehmen, finde ich richtig. Für Minden ist der Radschnellweg ein wichtiger Baustein, um unsere Klimaschutzziele zu erreichen. Mit dem Rad zur Arbeit zur fahren ist für viele Mindener*innen ein klarer Pluspunkt für die Klimabilanz. Wir werden in den kommenden Monaten tatkräftig daran arbeiten den Plan in der Realität umzusetzen.“

Straßen.NRW unterstützt die Stadt Minden bei der Planung. Bisher hat es ein Auftaktgespräch gegeben.

Beatrix Aden, Leiterin des Bau- und Planungsamts (Kreis Minden-Lübbecke):„Der Radschnellweg OWL über Stadt- und Kreisgrenzen hinweg ist für den Kreis Minden-Lübbecke ein ganz wichtiger Baustein in der Förderung der Nahmobilität, weil er Städte mit hohen Pendlerverflechtungen verbindet und damit den Alltags-Radverkehr einen ganz großen Schritt voranbringen kann. In Zeiten, in denen immer mehr Menschen das Fahrrad für sich entdecken und durch Elektrobikes schneller auch längere Strecken zurücklegen, bietet sich ein Radschnellweg geradezu an.“

Hintergrund

Mit dem Radschnellweg OWL soll in einem insgesamt eher ländlich strukturierten und zersiedelten Raum, in dem sich eine Mittelstadt an die nächste reiht, eine spürbare Verlagerung vom dominierenden Autoverkehr auf das Fahrrad erreicht werden, also den Alltagsradverkehr stärken. Das in nahezu allen Kommunen zentral liegende und gut verzweigte Schienennetz bietet zudem die Möglichkeit der kombinierten Nutzung von Fahrrad und öffentlichem Nahverkehr, so dass die Anbindung des RS3 an die Bahnhöfe auch für Pendlerinnen und Pendler mit weiteren Entfernungen zum Arbeitsplatz interessant wird.

Um die Planungen am RS3 überschaubar und greifbarer zu machen, wurden vier Abschnitte gebildet:

  • Abschnitt 1:von der Stadtgrenze Herford/Bielefeld bis Löhne-Ort

  • Abschnitt 2: von Löhne-Ort bis nach Bad Oeynhausen (Werrebrücke Dehmer Straße)

  • Abschnitt 3: von Bad Oeynhausen (Werrebrücke Dehmer Straße) bis zur nördlichen Stadtgrenze Porta Westfalica

  • Abschnitt 4: von Porta Westfalica (nördliche Stadtgrenze) bis nördlich von Minden (Todtenhausen)

Für den RS3 sind verschiedene Führungsformen/Querschnittsgestaltungen möglich, wie z.B. der Bau eines vier Meter breiten Radschnellwegs, der in beiden Richtungen befahren werden kann.

Planungsschritte

  • Vorplanung

  • Machbarkeitsstudie aus 2016 skizziert erste Vorschläge für Wegeverläufe

Potentialanalyse: prüft die Mindestnutzungszahl von Radfahrer*innen/Tag (2.000), die Voraussetzung für den Bau eines RS ist; berücksichtigt auch Schulen, Industriegebiete, etc., die erreichbar sein sollen

Umweltverträglichkeitsstudie:

  • Raumanalyse: prüft die vorliegenden Flächen (Acker, Wald, Wohngebiet, etc.) und bewertet, was aus Umweltschutzgründen als wertvoll gilt

  • Variantenentwicklung und -vergleich – daraus ergibt sich die Variantenempfehlung aus umweltfachlicher Sicht

    • Parallel läuft die Öffentlichkeitsbeteiligung

    • Alle Varianten werden in einem Abwägungsprozess anhand technischer, verkehrlicher, umweltfachlicher und wirtschaftlicher Kriterien bewertet

    • Ergebnis: eine Vorzugsvariante, die zur Linienbestimmung ans Verkehrsministerium geschickt wird

Danach:

  • Entwurfsplanung (inkl. erneuter Öffentlichkeitsbeteiligung)

  • Genehmigungsplanung

  • Planfeststellung

  • Bau